Unsere Geschichte
Die Geschichte der Gaststätte „Zum Werrastrand“ in Eschwege
Die traditionsreiche Gaststätte „Zum Werrastrand“ in Eschwege blickt auf eine bewegte und über fast zwei Jahrhunderte gewachsene Geschichte zurück, die eng mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt verbunden ist.
Bereits im Jahr 1824 ist der Bierbrauer Christoph Methe als Eigentümer des Anwesens bei der Marktkirche 14 (ehemals Haus Nr. 373) nachweisbar. Schon damals wurde vor Ort Bier gebraut – ein früher Hinweis auf die lange Brautradition des Hauses. Im Jahr 1850 übernahm der Bierbrauer Johann Gelder das Objekt und führte sowohl Brauerei als auch eine Gastwirtschaft in Eigenregie. Nach seinem Tod im Jahr 1861 führte seine Witwe den Betrieb noch einige Jahre weiter, bevor 1877 der Sohn Georg Gelder Eigentümer wurde.
Ein bedeutender Entwicklungsschritt erfolgte 1878, als Georg Gelder den Bau eines Saales im hinteren Bereich des Grundstücks beantragte. Nach Erteilung der Baugenehmigung entstand ein Veranstaltungsraum, der bald für kleinere gesellschaftliche Zusammenkünfte genutzt wurde und den Grundstein für die spätere Bedeutung des Hauses als Veranstaltungsort legte.
Ernst Holzapfel erweiterte sein gastronomisches Engagement 1911 mit der Errichtung des Ausflugslokals „Lindenlust“ in der Leuchtbergstraße, das er später auch als Wohnsitz nutzte. 1913 verpachtete er den „Werrastrand“ an Paul Hase, bevor die Witwe Holzapfels das Anwesen 1920 an Bernd Arnemann, genannt „Benno“, verkaufte.
1920 ging die Gaststätte in dessen Besitz über. Doch bereits 1932 erwarb die Klosterbrauerei das Objekt nach finanziellen Schwierigkeiten des Eigentümers. In der Folgezeit wurde der Betrieb durch verschiedene Pächter weitergeführt, darunter August Mangold (später Frieda), erneut Benno Arnemann sowie die Eheleute Anna und Hans Prehm aus Bad Hersfeld. Während dieser Zeit entwickelte sich die Gaststätte auch zum Vereinslokal des Fußballvereins SV 07 Eschwege.
Es folgten weitere Pächterwechsel, unter anderem Klaus-Dieter Hoppert, Dietrich Andritzke sowie Edeltraut Portka und Karl Agthe. In den Jahren 1970 bis 1978 bewirtschaftete Franz Ibel die Gaststätte, anschließend Hanna und Hermann Grede sowie Heike Unbehaun.
Parallel zur wechselvollen Gastronomiegeschichte endete eine prägende Ära des Hauses: Der große Saal, der über Jahrzehnte als bedeutender Veranstaltungsort diente und unter anderem Heimat des Karnevalsvereins „Rheinische Dietemänner“ sowie zeitweise der „Apollo Lichtspiele“ war, musste 1970 aufgrund behördlicher Sicherheitsauflagen abgerissen werden. Der Verlust dieses Saales wurde von vielen Vereinen und Bürgern der Stadt bedauert, da er eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben Eschweges spielte.
In den folgenden Jahren wurde das Gebäude schrittweise verändert. Nach dem teilweisen Rückbau des Hintergebäudes im Jahr 1987 entstand auf dem ehemaligen Saalgelände ein Biergarten, der bei gutem Wetter schnell großen Zuspruch fand und bis heute ein beliebter Treffpunkt ist.
Im Jahr 1885 übernahm der Restaurateur Bernhard Holzapfel die Gaststätte, bevor bereits ein Jahr später sein Sohn Ernst Holzapfel die Bewirtschaftung fortführte. 1894 wurde Ernst Holzapfel schließlich Eigentümer und prägte das Haus über Jahrzehnte hinweg. Unter seiner Führung erlebte die Gaststätte eine besondere Blütezeit: 1890 wurde ein großer Saal mit rund 350 Sitzplätzen sowie weiteren 90 Plätzen auf der Empore errichtet. Dieser entwickelte sich zu einem zentralen Veranstaltungsort für Feste, Vereinsveranstaltungen und kulturelle Ereignisse in Eschwege. Auch der Circus W. Althoff gastierte hier, ebenso wie Veranstaltungen des Karnevalsvereins „Narrhalla“, wie zeitgenössische Berichte im „Eschweger Tageblatt“ belegen.
Mit der Übernahme durch Renate und Heinz Kawsky im Jahr 1984, begann eine Phase kontinuierlicher Bewirtschaftung. Die Familie entwickelte das Haus mit großem Engagement weiter und schuf mit dem Biergarten eine neue, moderne Form der Gastlichkeit im historischen Rahmen. Am 1. März 2023 übernahm schließlich ihr Sohn Mike Kawsky gemeinsam mit seiner Frau Barbara die Gaststätte und führt die Tradition des Hauses „Zum Werrastrand“ bis heute fort.
So verbindet die Gaststätte „Zum Werrastrand“ in einzigartiger Weise historische Wurzeln, gelebte Gastfreundschaft und eine lebendige Gegenwart – mitten im Herzen von Eschwege.